Sind deutsche Bischöfe Häretiker?


Papst Franziskus warnte die deutschen Bischöfe vor einer fortschreitenden Institutionalisierung der Kirche. picture alliance
Papst Franziskus hat den deutschen Bischöfen den Kopf gewaschen. Ihnen galt die bisher konservativste Rede seines Pontifikats. Der Vorwurf: zu große Liebe zum Apparat und Abkehr von der wahren Kirchenlehre

Von Alexander Kissler|Cicero

In einem Punkt waren sich die deutschen Bischöfe und der römische Papst dann doch einig: Der deutsche Zweig der römisch-katholischen Weltkirche hat viel Geld und betreibt damit „viele Hilfsorganisationen für die Menschen in aller Welt“, „große Einrichtungen, die sich insbesondere weltkirchlich stark engagieren“. Die erste Formulierung stammt von Franziskus beim Treffen mit den deutschen Bischöfen letzte Woche, die zweite vom Freisinger Erzbischof Reinhard Marx. Deutschland ist dank einer vom Glaubensleben weitgehend entkoppelten Kirchensteuer Zahlmeister und Großorganisator in einem. Man kennt das aus anderen Zusammenhängen.

Ansonsten waren die Widerworte des bisher als leutseligen Reformpapst wahrgenommenen Franziskus wider das Gebaren der Kirchensteuerkirche massiver noch als bei der legendären Freiburger Entweltlichungsrede seines Vorgängers. Wie Benedikt XVI. warnte Franziskus vor Weltlichkeit auch im Raum der Kirche. Wie Benedikt empfahl er die klassischen katholischen Frömmigkeitsformen als Heil- und Abwehrmittel, namentlich „die Beichte und die Eucharistie“.

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