„Christen zahlen Preis für die Politik des Westens“


Foto: pa/dpa/MAXPPP Christliche Flüchtlinge aus der Nähe der irakischen Stadt Mossul suchen in einer Kirche in Kurdistan Zuflucht
Das Eingreifen des Westens im Syrien-Konflikt erhöht die Gefahr für die Christen in der Region, befürchtet der libanesische Patriarch Beschara Rai. Er weiß, wie Muslime dieses Engagement einschätzen.

Von Jonas Krumbein|DIE WELT

Die Maroniten sind die größte christliche Gemeinschaft im Libanon. Das religiöse Oberhaupt der mit Rom verbundenen Kirche, Patriarch Beschara Rai, spielt traditionell eine wichtige Rolle in der Politik des kleinen Landes, das fast zwei Millionen syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen hat.

Frage: Sie haben einmal gesagt, die arabische Welt brauche die Christen. Was können die Christen zu einer guten Zukunft Syriens beitragen?

Beschara Rai: Für Syrien, Irak, Libanon und Jordanien ist die Präsenz der Christen unverzichtbar. Egal, welches politische System herrscht, die Kirche hat ihre eigene Mission zu erfüllen. Sie bleibt, während die politischen Systeme wechseln. Die Kirche ist vom politischen System abhängig, aber sie muss immer im Interesse des Friedens arbeiten. Die Kirche ist seit mehr als 2000 Jahren im Nahen Osten präsent. Wir haben mit den Muslimen eine gemeinsame Kultur errichtet, ihnen christliche Werte weitergegeben und Werte von ihnen empfangen.

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