Dodo Bonelli: Vergebung und Versöhnung stärken Gesundheit


Raphael_M_BonelliBuchautor und Neurowissenschafter Bonelli: Beichte und Ablass sind „starkes Zeichen in die richtige Richtung für den modernen Menschen, der sich nicht als Schuldner erlebt“

kath.net

Vergebung und Versöhnung haben deutliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Das hat der Wiener Psychiater und Buchautor Raphael Bonelli (Foto) dargelegt. „Mit der Bereitschaft zur Versöhnung verbessert sich nachweislich die psychische Befindlichkeit, und die Anfälligkeit für Depressionen sowie Angsterkrankungen sinkt“, berichtete der Leiter des Wiener Instituts für Religiösität in Psychiatrie und Psychotherapie (RPP) im Interview mit „Kathpress“. Dass es heute vielen Menschen schwer falle, sich auf diese Weise „barmherzig“ zu verhalten, gehe vor allem auf den zeitgeistigen Hang zum Moralisieren und Fremdbeschuldigen zurück.
Vergebung sei kein Bagatellisieren oder gar ein nachträgliches Gutheißen eines Fehlers, sondern ein Heraustreten aus der Opferrolle, nach dem Muster „Es war falsch. Trotzdem vergebe ich dir“, erklärte Bonelli. Zuerst geschehe Vergebung auf der Ebene der Entscheidung, dann erst als Gefühl. „Die Aussage ‚Ich kann nicht vergeben, da ich nichts spüre‘, ist falsch. Das Bauchgefühl, das vom anderen nach einer Verletzung Abstand nimmt, da es nach Sigmund Freud die Unlust vermeidet, hinkt der Herzensentscheidung zur Vergebung später nach.“ Selbst im erschwerten Fall, bei dem der Täter nicht um Entschuldigung bittet, sei innere Vergebung auf diese Weise möglich.

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