House of One: Die peinliche Angst vor der Vermischung


Das House of One ist ein geplantes interreligiöses Gebäude, das in Berlin entstehen soll. Das Gebäude soll eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen.
Das House of One soll ein interreligiöses Gebäude werden, das eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen soll. Nach anfänglicher Euphorie macht sich zunehmend Ernüchterung breit – finanziell wie theologisch.

Von Michael Adler|MiGAZIN

Dass mit dem House of One ein bedeutendes Symbol für die gegenwärtige Politik der kulturellen bzw. religiösen Toleranz entstehen soll, ein Symbol der gemeinsamen Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ein Symbol der Anerkennung des Anderen vor dem Hintergrund zunehmend blutiger Konfliktlinien von denen mediale und politische Diskurse dominiert werden, bestimmt die öffentliche und institutionelle Bereitschaft, dieses ambitionierte Projekt zu unterstützen.

Nach nunmehr einem Jahr, seit das Projekt mit der Werbung um finanzielle Beteiligung an die Öffentlichkeit getreten ist, zeichnet sich eine eher verhaltene Stimmung ab: Etwa 1 Million Euro kamen innerhalb eines Jahres zusammen, 800.000 Euro hiervon vom Bund. 10 Millionen werden allein für die Grundsteinlegung benötigt. Hält der bescheidene Enthusiasmus gegenüber diesem Jahrhundertprojekt an, dann wird sicherlich noch die Inflation kompensiert werden müssen. Oder ist die in den veranschlagten 43 Millionen schon einkalkuliert?

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