Katholische Kirche soll Missbrauchs-Ermittlungen vereitelt haben


Mutmaßlicher Canisius-Täter beschäftigt erneut Staatsanwaltschaft. Bild: rbb-online
Ein ehemaliger Jesuit soll sich in den 70er und 80er Jahren am Berliner Canisius-Kolleg an mindestens hundert Kindern vergangen haben. Ehemalige Schüler berichten, er habe sie nackt fotografiert oder zur Selbstbefriedigung genötigt. 2006 soll er erneut ein Mädchen bedrängt haben. Laut WDR hat die katholische Kirche die Aufklärung des Falles behindert.

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Die Berliner Staatsanwaltschaft beschäftigt sich erneut mit einem Missbrauchsfall im Zusammenhang mit dem Canisius-Kolleg Berlin. Der mutmaßliche Haupttäter im Skandal mit mehr als 100 Opfern soll auch in Hildesheim (Niedersachsen) ein Mädchen bedrängt haben, wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

Am Montagabend lief dazu um 22.45 Uhr die Fernsehdokumentation „Richter Gottes – Die geheimen Prozesse der Kirche“ (ARD/WDR). Die Staatsanwaltschaft werde diesen Beitrag auswerten und prüfen, ob es Anhaltspunkte für mögliche weitere Straftaten gibt, sagte Sprecher Martin Steltner.

Staatsanwaltschaft erst zehn Monate später informiert

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte bereits zu dem Fall in Hildesheim ermittelt, der den Behörden 2010 gemeldet wurde. Aus den Akten sei aber nicht hervorgegangen, dass es sich bei dem Beschuldigten um den mutmaßlichen Haupttäter des Missbrauchsskandals am Canisius-Kollegs handelte, so Steltner. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren laut WDR im Jahr 2011 gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt.

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