Islamische Theologie wird erstmals evaluiert


Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für islamische Theologie der Universität Osnabrück. ( picture alliance / dpa / Friso Gentsch/dpa)
Wenn in diesen Tagen jemand vom Islam spricht, fällt im gleichen Satz oft der Begriff Terror. Besonders zu spüren bekommen das Studierende und Professoren der Islamischen Theologie – eines der jüngsten Fächer in der deutschen Hochschullandschaft. Jetzt kommt es zum ersten Mal auf den Prüfstand.

Von Burkhard Schäfers|Deutschlandfunk

„Ein Meilenstein für die Integration“, jubelte die damalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan, als sie vor vier Jahren den Startschuss gab für die Islamische Theologie an deutschen Universitäten. Und: „Religion braucht Aufklärung.“ Inzwischen ist der Jubel verebbt, heute klingt das leiser und differenzierter. Harry Harun Behr, Professor für Religionspädagogik an der Universität Frankfurt, berichtet von etlichen Herausforderungen.

„Sie bringen die Islamische Theologie, wie sie gerade entsteht, ein klein wenig ins Schleudern, weil jetzt so ein riesen Haufen an Fragen und vor allem krisenhaften Wahrnehmungen an die Islamische Theologie herangetragen werden. Aber man wird in die großen Schuhe, in die man sich hineingestellt fühlt, dann schon hineinwachsen.“

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1 Comment

  1. In obigem Beitrag heißt es:

    »Denn im Gegensatz zur neutralen Islamwissenschaft ist die Islamische Theologie bekenntnisorientiert. … Deswegen gibt es immer wieder Streit darüber, wie unabhängig die Theologie als Wissenschaft ist – und wie groß der Einfluss der Verbände DITIB, Islamrat und Co, erklärt Islamwissenschaftler Reinhard Schulze von der Universität Bern.«

    Sie werden es nicht und sie wollen es nicht kapieren: Eine Theologie, die sich als bekenntnisorientierte Wissenschaft ausgibt, ist ein Widerspruch in sich selbst. Theologie ist keine Wissenschaft, sie ist Verkündigung unter dem Tarnmantel Wissenschaft.

    Weiter heißt es:

    »Das Wertvollste ist in die Gesellschaft hinein das Signal, dass Islam auf wissenschaftlicher Augenhöhe mit anderen Disziplinen sich denselben kritischen Diskursen unterwirft, wie andere Theologien auch. Und da blicken islamische Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern schon recht neidvoll auf unsere Situation. Weil sie sagen: Das können wir aufgrund der politischen Überprägung unserer wissenschaftlichen Arbeit in Kairo oder in Islamabad oder in Kuala Lumpur gar nicht so locker formulieren, wie ihr das macht.«

    Als ob sich die »wissenschaftliche Arbeit in Kairo« prinzipiell von jener hier in Deutschland unter der Regie von DITIB und anderen Aufpassern unterscheiden würde.

    Zum Schluss wird eine kritische Beobachtung seitens des Staates suggeriert:

    »Deshalb zeigt sich das Bundeswissenschaftsministerium offen, die Islamische Theologie weiter zu fördern, falls die Evaluation halbwegs erfreulich ausfällt.«

    Die Evaluation kann noch so negativ ausfallen, die Förderung durch unsere religiös verseuchte Politik – siehe z.B. das neueste Buch von Carsten Frerk: Kirchenrepublik Deutschland – wird unbeirrt fortgesetzt werden. Schließlich sitzen diese Vertreter von Phantasiesystemen im selben dem Untergang geweihten Boot.

    Warum Theologie keine Wissenschaft sein kann, siehe zum Beispiel hier:

    http://www.tagesspiegel.de/…/religion…/11936378.html

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