EKD-Friedensbeauftragter: „Wir gehen den Terroristen auf den Leim“


Aufklärungs-Tornados der Bundeswehr sollen in Syrien zum Einsatz kommen. (Foto: epd-Bild/Stefan Trappe)
Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat vor einem Einsatz der Bundeswehr in Syrien gewarnt. Nach den Grundsätzen evangelischer Friedensethik müsse für einen militärischen Einsatz als äußerstes Mittel einer rechtserhaltenden Gewalt zwingend ein Mandat des UN-Sicherheitsrates vorliegen, sagte Brahms. „Wir dürfen das ohnehin durch Einsätze in der Vergangenheit angeschlagene Völkerrecht nicht weiter aushöhlen“, mahnte der Leitende Theologe der Bremischen Kirche.

Von Dieter Sell|EKD

Der Bundestag berät derzeit über den geplanten Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) in Syrien. Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts wird die Zustimmung des Parlaments bis Ende der Woche erwartet. „Jede direkte militärische Intervention oder gar ein Einsatz von Bodentruppen werden die Eskalation beschleunigen und auch einer weiteren Institutionalisierung des IS Vorschub leisten“, sagte Brahms und fügte hinzu: „Das aber ist genau das Kalkül des IS – damit gehen wir den Terroristen auf den Leim.“

Vorrang für politischen Prozess

Dagegen hält die katholische Deutsche Bischofskonferenz den Einsatz militärischer Gewalt als letztes Mittel gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ für ethisch vertretbar. Wenn das „menschenverachtende Treiben“ des IS in Syrien auf anderem Wege nicht zu stoppen sei, dürfe militärische Gewalt angewendet werden, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

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