Ein würdevoller Abschied ohne Religion


Der Schmerz, dass jemand nicht mehr da ist, ist für Gläubige und Ungläubige gleich groß. © iStock
Besonders viele Osttiroler sind heuer im Vergleich zu vergangenen Jahren gestorben – bis Anfang Dezember waren es bereits rund 500. Die allermeisten Verstorbenen im Bezirk werden im Rahmen eines kirchlichen Begräbnisses beigesetzt.

Von Claudia Funder|Tiroler Tageszeitung

Würdig Abschied nehmen von einem geliebten Menschen – das ist aber auch der Wunsch jener Angehörigen, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören oder sich der Kirche nicht nahe fühlen.

Elisabeth Ziegler-Duregger aus Lienz, die vom Bestatter kontaktiert wird, gestaltet für diese Hinterbliebenen auf Wunsch Abschiedszeremonien – ohne religiöse, aber mit sehr tröstenden Elementen.

„Ich melde mich bei der Familie und wir vereinbaren ein Gespräch“, erzählt die 60-Jährige. Für die individuelle Gestaltung der Trauerfeier macht sie sich im Austausch mit den Hinterbliebenen ein persönliches Bild vom Verstorbenen, notiert seine wichtigsten Lebensstationen und Eigenschaften, die dann in ihre Trauerrede einfließen. An einfühlsamen Worten dazu wird in der Folge stundenlang gefeilt, „oft in meiner Almhütte am Hochstein“, verrät die Pensionistin, die jahrzehntelang die Lienzer Bücherei leitete. „Am Berg entstehen viele meiner Texte.“

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