Modellprojekt Ufuq.de in Berlin: „Wir wollen Demokratie stärken“


Salafisten protestieren auf dem Potsdamer Platz in Berlin gegen eine Kundgebung der rechstpopulistischen Partei Pro Deutschland. In Berlin wächst die Zahl der erzkonservativen… – Foto: imago/Christian Mang
Salafistischen Agitatoren tritt der Verein „ufuq.de“ seit Jahren mit Präventionsprogrammen entgegen. Ab dem kommenden Jahr sollen verstärkt Lehrkräfte und Pädagogen geschult und unterstützt werden.

Von Florian Brand|DER TAGESSPIEGEL

„Fuck Paris“ – eine Äußerung, die sich über soziale Netzwerke unmittelbar nach den Anschlägen von Paris unter einer Minderheit muslimischer Jugendlicher verbreitet hat. Ein anderer Kommentar war: „Unsere Toten zählen nicht“ – gemeint sind damit nicht die Opfer in der französischen Hauptstadt, sondern die der Anschläge im selben Zeitraum in Beirut oder auf dem Sinai. Alle begangen von islamistischen Terroristen des selbsternannten Islamischen Staates (IS).

„Lehrer sind mit solchen Äußerungen oft überfordert“, sagt Dr. Joachim Müller, Leiter des Vereins ufuq.de. Seit acht Jahren leistet das Projekt, bestehend aus Islam-, Sozialwissenschaftlern und Pädagogen, Präventionsarbeit bei Jugendlichen, um zu verhindern, dass diese mangels identitätsstiftender Alternativen in die religiöse Radikalität abrutschen. „Wir wollen mit dem Verein die Demokratie stärken“, betont Müller.

Ab Januar kommenden Jahres soll das Projekt zur zentralen Anlaufstelle für Pädagogen und Lehrer ausgeweitet werden. Bund und Land wollen mit 130.000 Euro unterstützen. Im Laufe des kommenden Jahres sollen so rund 500 Lehrkräfte, Sozialarbeiter und Mitarbeiter von kommunalen Verwaltungen durch Fortbildungen und kontinuierliche Beratung bei ihrer Arbeit mit Jugendlichen unterstützt werden.

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