Pakistan verweigert Aufnahme von Abgeschobenen


Volksgruppen in Pakistan und den Nachbarländern. Karte: TP
Gestern verweigerte die Federal Investigation Agency in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad 30 Abgeschobenen aus Griechenland den Ausstieg aus ihrer Maschine. Als Grund gab das pakistanische Innenministerium an, dass die Staatsangehörigkeit dieser Personen nicht ausreichend nachgewiesen sei. 19 Abgeschobene, bei denen die Behörden keine Zweifel hatte, wurden von Bord gelassen.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Für Anfragen, warum die pakistanische Staatsangehörigkeit der 30 Abgeschobene angezweifelt wurde, ist bei der pakistanischen Botschaft in Berlin niemand erreichbar. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Dass ein Schübling einer ethnischen Gruppe angehört, die auch jenseits der pakistanischen Grenzen lebt, und die pakistanische Staatsangehörigkeit bestreitet, um seine Abschiebung zu erschweren – oder dass er die pakistanische Staatsangehörigkeit aufgeben wollte und dass pakistanische und europäische Behörden uneins darüber sind, ob dies rechtswirksam geschah oder nicht.

Die erste Möglichkeit kann fast alle Volksgruppen des 1947 gegründeten Staates betreffen: Pandschabis und Urdu-Muttersprachler leben auch in Indien, Belutschen im Iran und in Afghanistan und Paschtunen in Afghanistan. Ob ein Paschtune von östlich oder westlich der pakistanisch-afghanischen Grenze kommt, ist ohne Dokumente für einen Europäer ähnlich schwer feststzustellen wie für einen Nichtmuttersprachler die Herkunft eines Deutschsprechers aus Simbach (Deutschland) oder Braunau (Österreich).

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