Der IS-Killer, der Zivilisten zum Training erschoss


Foto: Alberto Prieto Mohammed W. wurde als IS-Killer ausgebildet. Er exekutierte Menschen durch Kopfschuss
Mohammed W. wurde von der Terrormiliz Islamischer Staat zum Morden ausgebildet. Dann ergriffen ihn die Kurden. Nun sitzt er in einem Gefängnis der kurdischen Geheimpolizei und sucht nach Ausreden.

Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Der Soldat am Schlagbaum hebt mahnend den linken Zeigefinger, als sich der Wagen nur ein kleines Stück vorwärts bewegt. Dabei legt er die rechte Hand auf seine Pistole im Gurt. Neben ihm steht eine griffbereite Kalaschnikow. Der Wachmann spricht ins Funkgerät, nickt dann kurz und öffnet die Schranke, ohne eine Miene zu verziehen. Auf einem ungepflasterten Weg geht es durch ein Gewirr von grauen Gebäuden, alle nicht höher als ein Stockwerk.

Es ist ein ehemaliges Krankenhausgelände, das zu einem Stützpunkt umfunktioniert wurde. Nur von militärischer Ordnung ist hier nichts zu sehen. Kabel hängen aus den Wänden, Tische und Stühle liegen kopfüber im Freien, überall stehen schmutzige Plastikeimer und alte, verrostete Kübel. Aber das alles scheint zur Tarnung zu gehören. Denn an diesem geheimen Ort, irgendwo am Stadtrand der irakischen Stadt Kirkuk, werden gefangene Kämpfer des Islamischen Staates (IS) verhört. Jede Aufmerksamkeit bedeutet ein Sicherheitsrisiko für die Fahnder der Asayisch, der Geheimpolizei der autonomen Kurdenregion (KRG) im Irak.

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