Vatileaks, die zweite


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Wieder stehen Mitarbeiter des Papstes vor Gericht, weil sie interne Dokumente rausgegeben haben. Die werfen kein schlechtes Licht auf Franziskus. Wohl aber auf den Klerus.

Von Jörg Bremer|Frankfurter Allgemeine

Am kommenden Dienstag eröffnet Papst Franziskus zwar das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“, den Angeklagten im zweiten „Vatileaks“-Prozess aber droht die ganze Härte des vatikanischen Strafgesetzes. Dafür soll Gerichtspräsident Giuseppe Dalla Torre sorgen, derselbe Richter, der 2012 schon den Kammerdiener von Benedikt XVI. verurteilt hatte.

Wieder tagt das Gericht hinter den vergitterten Fenstern der Gendarmerie gegenüber vom Gästehaus des Papstes, dem obersten Rechtsherrn. Er hatte Ende Oktober das Verfahren gegen zwei „Enthüllungsjournalisten“ und drei Mitarbeiter seiner längst aufgelösten „Kommission für die Neuordnung der wirtschaftlichen und administrativen Angelegenheiten des Vatikans“ (Cosea) auf den Weg gebracht, als er die Verhaftung zweier Verdächtiger genehmigte: Seither sitzt der aus Spanien stammende Prälat und Ex-Cosea-Sekretär Lucio Ángel Vallejo Balda in einer Gendarmerie-Zelle.

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