Lithium-Ionen-Akkus als tickende Zeitbomben auf den Straßen?


Foto: Tanja Hempfling / Gefahrgutstandard
Wer kennt sie nicht, die grünen Kartonboxen der Hamburger „Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien“ (GRS), die im Kassenbereich viele Discounter, Lebensmittelmärkte und Elektronik-Fachmärkte stehen? Auf den Kartons ist vermerkt, dass Lithium-Ionen-Akkus nur mit abgeklebten Polen eingeworfen werden dürfen. Überwacht wird das jedoch nicht.

Von Christoph Jehle|TELEPOLIS

Zudem steht an den Sammelstellen der Verkaufslokale auch kein geeignetes Material zum Abkleben zur Verfügung. Nicht einmal der Hinweis, dass man die entsprechenden Klebebänder im Laden kaufen könne, steht dort. Und das Ladenpersonal hat in der Regel auch keine bessere Auskunft, als die Aussage, man wisse dazu leider nichts. Entsprechend werden die Boxen mit Akkus und Batterien aller Art gefüllt bis der Karton voll ist.

Die Sammlung von gebrauchten Lithium-Zellen erfolgt nicht fachgerecht

Solange es sich bei den abgegebenen Batterien um entladene Zink-Kohle-Batterien handelte, war das Gefahrenrisiko noch gering. Mit dem steigenden Anfall von gebrauchten Lithium-Ionen-Zellen mit ihrer deutlich höheren Energiedichte stieg in den letzte Jahren jedoch das Risiko, dass es infolge eines Defektes oder eines Kurzschlusses zu einer gefährlichen Überhitzung kommt.

Dennoch werden die Batterien unkontrolliert in sogenannter loser Schüttung gesammelt. Sie werden nicht sortiert und hinsichtlich der korrekten Abklebung der Pole überprüft. Dafür steht weder entsprechende geschultes Personal bereit, noch will offensichtlich einer der am Sammelprozess Beteiligten die Kosten für die Kontrolle des Sammelguts und seiner ordnungsgemäßen Verpackung übernehmen.

weiterlesen