Rabbiner Tovia Ben-Chorin: „Ich liebe Atheisten“


Rabbiner Tovia Ben-Chorin (Mitte) arbeitet jetzt in der Schweiz. (picture alliance / dpa / Foto: Paul Zinken)
Wer sich mit christlich-jüdischem Dialog befasst, kennt den Journalisten und Religionsgelehrten Schalom Ben-Chorin. Sein Sohn Tovia Ben-Chorin ist liberaler Rabbiner, 78 Jahre alt, ein deutscher Jude aus Israel und mag Atheisten. Seit dem Sommer lebt und arbeitet er in Sankt Gallen in der Ostschweiz.

Von Gisela Keuerleber|Deutschlandfunk

„Ich würde so sagen. Die äußere Schale, die Form des Gottesdienstes ist ein verkürzter Gottesdienst nach orthodoxer Vorstellung. Aber in meinen Predigten predige ich nach meinem Verständnis und da gibt’s keine Zensur. Nur war die Bitte, so lange ich hier in St. Gallen bin, dass ich traditioneller lebe, zum Beispiel dass ich am Sabbat nicht fahre.“

Das nämlich ist einer der Unterschiede zwischen orthodoxem und liberalem Judentum: für orthodoxe Rabbiner ist Fahren Arbeit und mithin am Schabbat verboten. Tovia Ben-Chorin hat Verständnis und respektiert die Bitte, da viele alte Menschen zur Gemeinde gehören, und die will er nicht vor den Kopf stoßen.

„Weil mir wichtig ist, das zu unterstützen, was da ist. In der Gemeinde selbst haben wir 100 Seelen , von denen sind vielleicht 8 oder 10 Kinder und Erwachsene , die kaum mehr gehen können, für die es schwer ist, in die Synagoge zu kommen.“

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