Systematischer Missbrauch: Selbst die Polizisten nannten sie „kleine Nutten“


Foto: AFP/Getty Images Ein Kind zwischen den heruntergekommenen Häusern von Rotherham. Viele Missbrauchsopfer waren erst zwölf. Der „Guardian“ bezeichnet die Stadt als „verdorbenes Teufelsloch in Yorkshire“
Mindestens 1400 Mädchen wurden zwischen 1997 und 2003 im englischen Rotherham systematisch missbraucht. Die Polizei und die Sozialbehörden sollen weggesehen haben. Jetzt beginnt der erste Prozess.

Von Eva Ladipo|DIE WELT

Das Buch zu lesen kostet Kraft und tut weh – wie stark man da erst sein muss, es zu schreiben, ist unvorstellbar. Doch Sarah Wilson, eine Frau Anfang zwanzig, hat es geschafft. „Violated“ heißt ihr Buch, das sie „die Geschichte einer Überlebenden“ nennt. Mithilfe einer Ghostwriterin hat sie eine ruhige, kluge, sensible Stimme gefunden, mit der sie den Leser in eine menschliche Hölle führt – ihr Leben als missbrauchtes Kind in Rotherham.

Großbritannien stand unter Schock, als im August vergangenen Jahres das Ausmaß der organisierten Kriminalität in Rotherham offenbart wurde: Mindestens 1400 Mädchen sollen dort zwischen 1997 und 2003 von Hunderten Männern vor allem pakistanischer Herkunft systematisch zu Sexsklavinnen herangezogen und regelmäßig missbraucht worden sein. Etliche sollen zu meist mittellosen Mädchen Beziehungen aufgebaut, sie in Autos und Parkanlagen vergewaltigt haben.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.