„Lügenpresse“: Warum verlieren Medien an Glaubwürdigkeit?


Im Nationalsozialismus wurde der Begriff „Lügenpresse“ häufig genutzt. Heute wird er von Pegida-Anhängern, hier bei einer Demo in Villingen-Schwenningen, verwendet. – Foto: picture alliance / dpa
Immer häufiger werden Zeitungen und Rundfunk als „Lügenpresse“ beschimpft. Diese Wortwahl sei weit mehr als ein Propagandaschachzug von Rechtsaußen, sagen Experten. Der Begriff bilde eine gesellschaftliche Stimmung ab.

Von Maria Fiedler|DER TAGESSPIEGEL

Auf Transparenten und in Sprechchören taucht auf Pegida-Demonstrationen das Schlagwort „Lügenpresse“ auf. AfD-Chefin Frauke Petry bedient sich des Begriffs der „Pinocchio“-Presse. Und der Ausdruck „Mainstream-Medien“ wird oft begleitet von einem abfälligen Ton. Diese Wortwahl sei aber nicht nur ein geschickter Schachzug von Rechtsaußen, sagte der Soziologe Dieter Rucht am Montag in Berlin . „Wir müssen uns auch damit auseinandersetzen, dass zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung kein Vertrauen mehr haben in ,die‘ Medien.“ Der Vorwurf „Lügenpresse“ drücke eine gesellschaftliche Stimmung aus.

Journalisten und Wissenschaftler diskutierten im Tagesspiegel-Haus bei einem Redaktionsworkshop die Frage, warum Medien Glaubwürdigkeit verlieren und wie sich diese zurückgewinnen lässt. Die Experten hatten sich darüber zuvor online auf Tagesspiegel Causa, dem neuen Debattenportal des Tagesspiegels, ausgetauscht und ihre Kernargumente gegenseitig bewertet. Der Workshop diente daher auch dazu, das Portal vorzustellen.

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