Saudi-Arabien: Gefährliche Prinzen


Der saudische Verteidigungsminister Mohammed bin Salman (2. v. l.), Zweiter in der Thronfolge © Fayez Nureldine/AFP/Getty Images
Saudi-Arabien bekämpft seine Gegner brutal, innen wie außen. Die Macht des Königshauses stützen religiöse Hardliner, die ihren ideologischen Islam global exportieren.

Von Martin Gehlen|ZEIT ONLINE

Nach den Anschlägen von Paris wird der außenpolitische Ton gereizter. Vor allem die sunnitischen Regionalmächte Türkei und Saudi-Arabien müssen sich inzwischen einiges an Kritik anhören: Die Türkei fördert den „Islamischen Staat“ durch löchrige Grenzen, Dschihadisten-Transfer, Rohölschmuggel und Bombenangriffe auf kurdische Einheiten; die saudische Salafistenmission wiederum schuf den Nährboden für eine weltweite Radikalisierung, ohne die der Zulauf von IS-Rekruten aus mehr als 100 Nationen nach Syrien und in den Irak nicht erklärbar ist. Die Repressionen des Ölimperiums am Golf gegen Menschenrechtler und Blogger empören Bürger rund um den Globus. Der im März vom Zaun gebrochene Krieg im Jemen öffnete dem IS erstmals den Weg zur Südspitze der Arabischen Halbinsel. Der Terrorrivale Al-Kaida dort ist ebenfalls stärker als je zuvor: Mit der Hafenstadt Mukalla und der Südprovinz Abyan beherrschen seine Kämpfer jetzt ein eigenes Kalifat.

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