„Graue Wölfe“ vor der Krim


Bozkurtçular-Unterstützer bei der Krim-Blockade. Screenshot: Telepolis
Seit Ende November versuchen ukrainische Rechtsextremisten und mit ihnen verbündete Krimtataren an der Grenze zwischen der Krim und der Ukraine, die Halbinsel, die sich im Frühjahr 2014 für selbständig erklärte und anschließend in die Russische Föderation aufgenommen wurde, von der Versorgung mit Lebensmitteln und Energie abzuschneiden. Dabei erhalten sie nun Unterstützung von rechtsextremen Türken, den „Grauen Wölfen“, denen in der Türkei Hunderte politischer Morde in den 1970er und 1980er Jahren zugeschrieben werden.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Lenur Isljamow, der Organisator der Blockade, postete auf seinem Facebook-Profil ein Foto, das seinen Angaben nach mehrere Vertreter dieser Bozkurtçular zeigt, die helfen, den „Ring enger zu ziehen“.

Ob es sich bei den Männern auf dem Foto tatsächlich um türkische Staatsangehörige handelt, ist unklar – in jedem Fall machen drei davon aber das Handzeichen der Bozkurtçular, das einen Wolf symbolisieren soll. Ein vierter, der sich vermummt hat, hebt den Zeigefinger, wie das Anhänger der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auf ihren Propagandafotos machen.

Sollten die Männer auf dem Foto tatsächlich türkische Bozkurtçular sein, wäre das insofern wenig verwunderlich, als die Bewegung eine pantürkische Ideologie vertritt: Sie will alle Turkvölker in einem Großtürkischen Reich verbinden, das bis ins sibirische Jakutien und in die chinesische Uighurenprovinz Xinjiang reicht. Auch die Krim ist in diesen Träumen mit eingeschlossen, obwohl dort nur etwa 12 Prozent der Bevölkerung Krimtataren sind, die eine dem Türkischen sehr ähnliche Sprache sprechen. Bis 1774 beherrschten diese Tataren, deren Khanat ein Vasall des Osmanischen Reiches war, die Krim jedoch. Von hier aus raubten sie fast drei Jahrhunderte lang slawische Frauen und Kinder, die sie als Sklaven verkauften.

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