Rechtspopulismus: Einfache Erklärungen für eine komplexe Welt


Die Parteichefin des Front National, Marine Le Pen. (afp/Charlet)
Mit dem Wahlerfolg des Front National bei den Regionalwahlen ist Frankreich nach rechts gerückt. Nach Ansicht des Soziologen Armin Nassehi haben sie vor allem damit Erfolg, die Komplexität der Welt auf einfache Erklärungen zu reduzieren.

Armin Nassehi im Gespräch mit Nana Brink|Deutschlandradio Kultur

Der Hintergrund für den Erfolg rechter Parteien sei das Angebot einfacher Erklärungen, hat der Soziologe Armin Nassehi am Dienstag im Deutschlandradio Kultur erklärt. Dass treffe aber auch auf linkspopulistische Parteien zu, so der Professor von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Rechte Politik zeichne sich dadurch aus, dass sie die Komplexität der Welt mit relativ einfachen Erklärungen wegwischen könne, erklärte Nassehi. Die Idee rechter Wahlangebote sei, je homogener einer Gesellschaft ist, umso leichter sei sie zu steuern. Diese Erklärung habe offensichtlich in Wahlen ganz gut funktioniert, so der Soziologe mit Blick auf den Wahlerfolg der Front National bei der ersten Runde der Regionalwahlen in Frankreich.

Dichotomie von Rechts und Links funktioniert nicht mehr

Im Gegenzug sei sozialdemokratische Politik heute eigentlich eine Chiffre dafür, mit der Komplexität dieser Welt umzugehen.

„Rechte Politik heißt, einfache Lösungen zu bieten, und linkspopulistische Politik ist auch eine Politik, die gewissermaßen diese komplexen Entscheidungen mit sehr einfachen klassentheoretischen Mitteln versucht zu erklären.“

Die Dichotomie von Rechts und Links funktioniere nicht mehr, so Nassehi.

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