Saudi-Arabien: Kann der Westen diesem Mann vertrauen?


Mohammed bin Salman Al Saud, saudi-arabischer Verteidigungsminister, Vize-Kronprinz und zweiter stellvertretender Premierminister. picture alliance
Zum ersten Mal seit Beginn des Syrienkonfliktes trifft sich die syrische Opposition. Ausgerechnet in Saudi-Arabien. Dort ist der saudische Kronprinz Mohamed bin Salman das neue Gesicht einer aggressiven Außenpolitik, bei der es um die sunnitische Vorherrschaft im Nahen Osten geht.

Von Wulf Schmiese|Cicero

Nun scheint sich endlich etwas zu bewegen im politischen Kampf gegen Assad. Nach fast fünf Jahren Krieg versucht die zersplitterte syrische Opposition erstmals gemeinsam über ihr Vorgehen und ihre Ziele zu sprechen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn schon der Ort ihres Treffens ist für andere ein inakzeptables Statement.

Saudi-Arabien ist Gastgeber für rund einhundert Syrer verschiedener Oppositionsgruppen, die direkt aus dem zerfallenen Staat oder auch aus dem Exil angereist sind. Nach der Begrüßung durch den saudischen Außenminister in einem edlen Hotel Riads haben sich die Türen geschlossen. Dahinter soll nun möglichst aus allen Splittern ein Block geschmiedet werden. Nicht dabei sind – verständlicherweise – Vertreter der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat und der Al-Nusra-Front. Aber auch Kurden bekamen keine Einladung, also jene Kämpfer, die Deutschland unterstützt.

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