Der Pop-Dschihad


Der berühmte Nike-Schriftzug wird von Islamisten missbraucht, um für den Dschihad zu werben. – Screenshot: Jugendschutz.net
Islamisten ködern Jugendliche im Netz – und gehen dabei immer professioneller und radikaler vor, wie eine neue Studie zeigt.

Von Sonja Álvarez|DER TAGESSPIEGEL

Erst zwölf Jahre ist der Junge etwa alt, er trägt einen Kampfanzug mit Camouflagemuster, vor ihm kniet ein Mann mit verbundenen Augen, angeblich ein Spion. Der Junge zielt mit einer Waffe auf seine Stirn. Und drückt ab. Zu sehen ist die Szene auf Youtube, Anhänger des sogenannten Islamischen Staats (IS) haben das Video hochgeladen. Sie wollen demonstrieren, wie brutal die Dschihadisten sind. Vor allem aber wollen sie neue Anhänger gewinnen mit der einfachen Botschaft: „Wenn schon Kinder für den IS kämpfen, warum nicht auch Du?“

Wut schüren, Hass anstacheln

Tausende solcher Aufnahmen gibt es im Netz, vor allem in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Youtube werden sie veröffentlicht und dort wiederum von Anhängern geteilt – längst in einer Masse, die kaum mehr zu kontrollieren ist, sagte Stefan Glaser, stellvertretender Leiter von Jugendschutz.net. „Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell der IS und seine Sympathisanten Kampagnen entwickeln und verbreiten“. Brutale Gewaltdarstellungen würden gezielt eingesetzt, „um Wut zu schüren und zum Hass anzustacheln, aber auch um zu verängstigen und zu schockieren“.

weiterlesen