In Frankreich lernen Viertklässler „Moral und Laizismus“


laiciteAm 9. Dezember 1905 hat Frankreich die Trennung von Kirchen und Staat gesetzlich festgelegt. Das 110-jährige Jubiläum wird mit einem großen Kolloquium begangen, bei dem der Staatspräsident sprechen soll. Auch in vielen Schulen ist es Thema. Denn bis heute gilt das Laizismus-Prinzip unumstritten als Pfeiler der Republik und Garant für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Von Bettina Kaps|Deutschlandfunk

Eine Grundschule in Joinville, östlich von Paris. Auf dem Stundenplan der Vierten Klasse steht „Moral und Laizismus“. Das Fach ist neu. Das Bildungsministerium hat es nach den Pariser Attentaten vom Januar für alle zwölf Jahrgänge – von der ersten Klasse bis zum Abitur – eingeführt, um die „Werte der Republik“ zu vermitteln. Die Zehnjährigen in Joinville haben ihre Lektion gelernt:

„Frankreich ist ein laizistisches Land. Das bedeutet, dass wir alle Menschen akzeptieren, auch solche, die keine Religion haben“, sagt Benjamin. „Unser Gesetz schreibt vor, dass alle staatlichen Schulen laizistisch sind und den Kindern keine Religion aufgezwungen werden darf“, sagt Hugo. Sein Tischnachbar ergänzt: „Unsere Freiheit besteht darin, dass wir glauben oder nicht glauben dürfen und jemand, der nicht an Gott glaubt, nicht ermordet wird.“

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