Reformation: Warum Luther Bigamie erlaubte


DPA/ picture-alliance/ akg-images Landgraf Philipp von Hessen: Nach 16 Ehejahren eine 17-Jährige geheiratet
Der Hessische Landgraf Philipp I. wollte von Luther eine Erlaubnis zur Zweitehe und bekam sie auch.

Von Matthias Bartsch|SpON

Charmant war es nicht, was der 35-jährige Landesfürst nach gut 16 Ehejahren und sieben gemeinsamen Kindern über seine Gattin Christina verbreitete: „Hässlich“ sei sie, „unfreundlich“ und übel riechend dazu. Auch unter erotischen Aspekten empfand Philipp von Hessen seine Gemahlin offenbar als Zumutung, denn, so klagte er, seit der Hochzeit habe er „nie Lust oder Begierde zu ihr“ verspürt. Und deshalb, so ließ der Landgraf die Reformatoren um Martin Luther in Wittenberg wissen, brauche er jetzt unbedingt noch eine zweite Ehefrau.

Ein festes außereheliches Verhältnis mit einer Konkubine wäre ein akzeptables Anliegen gewesen für einen Landesherrn im Jahr 1539. Doch den Hessen plagte offensichtlich das Gewissen.

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