Landgericht lehnt Prozess gegen Kuschs Sterbehilfe-Verein ab


justiz_grossDas Landgericht Hamburg hat einen Prozess gegen den Verein Sterbehilfe Deutschland abgelehnt.

evangelisch.de

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Vereinsvorsitzenden und ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch und einem Mediziner gemeinschaftlichen Totschlag vorgeworfen. Das Landgericht sieht die Rechtslage jedoch anders. Nach den vorliegenden Ermittlungsergebnissen sei die praktizierte Sterbehilfe zwar „ethisch fragwürdig“, aber nach der damals geltenden Rechtslage nicht strafbar gewesen, teilte das Landgericht am Dienstag zur Begründung mit (Az.: 601 Ks 4/14).

„Tatherrschaft über die Selbsttötung“

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren zwei Seniorinnen im Alter von 81 und 85 Jahren im Juni 2012 in den Verein Sterbehilfe eingetreten und hatten Kusch gegenüber den Wunsch nach einem Suizid geäußert. Gegen ein Entgelt von 2.000 Euro habe der Mediziner auf Vermittlung Kuschs ein Gutachten angefertigt. Festgestellt wurde darin, dass die Frauen geistig und körperlich rege und sozial gut eingebunden waren. Grund für ihren Suizid-Wunsch sei allein ihre Angst vor dem Altern gewesen. Kusch beschaffte daraufhin eine Überdosis eines verschreibungspflichtigen Malariamedikaments.

weiterlesen