Die Folterfabriken des Bashar al-Assad


Syrische Soldaten in Homs. / Bild: APA/AFP/LOUAI BESHARA
Human Rights Watch hat einen neuen Bericht über die Gräuel des Assad-Sicherheitsapparats vorgestellt. Die Menschenrechtler sprachen mit Angehörigen und einstigen Zellengenossen der Opfer.

Von Martin Gehlen|Die Presse

„Wenn die Toten reden könnten“ – 48 Stunden vor dem dritten internationalen Syriengipfel in New York will Human Rights Watch (HRW) mit seiner neuen Dokumentation den Opfern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad eine Stimme geben. Jeder zu Tode Gequälte sei einmal ein geliebtes Kind, ein Ehemann, Vater oder Freund gewesen, nach dem Angehörige monate- oder jahrelang gesucht hätten, erklärte Nadim Houry, stellvertretender HRW-Direktor für den Nahen Osten, der den 86-seitigen Bericht über „Massentötung und Folter in syrischen Haftanstalten“ am Mittwoch in Moskau vorstellte. Denn Russland steht genauso wie der Iran fest an der Seite Assads.

Das ganze Ausmaß des Horrors kam vor zwei Jahren durch einen abtrünnigen Fotografen des Militärgeheimdienstes von Damaskus ans Tageslicht, der zwischen März 2011 und August 2013 rund 6780 Opfer aus Todeskerkern fotografierte und die Aufnahmen außer Landes schmuggelte. Zu sehen sind die Leichen von zu Skeletten abgemagerten Menschen. Getötete haben flächige, offene Wunden, ihre Oberkörper sind grün und blau geschlagen. Ein Opfer hat von Kopf bis Fuß Brandwunden. Andere wurden durch Kopfschuss getötet, erdrosselt oder mit Stromstößen hingerichtet. Die Fotos sind nach dem Urteil von HRW „ausreichende Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ des syrischen Regimes.

weiterlesen