Candomblé-Tempel in Berlin


Tänzer der Gruppe Afoxe Loni mit ihrem Candomblé-Priester bei ihrem Ritual auf dem Karneval der Kulturen in Berlin-Kreuzberg. (imago / IPON)
In Berlin-Kreuzberg steht der einzige Candomblé-Tempel in Deutschland. Candomblé ist eine vor allem in Brasilien verbreitete Naturreligion mit afrikanischen Wurzeln. Mehrmals im Jahr finden öffentliche Zeremonien für die afrobrasilianischen Gottheiten, die Orixas, statt. Doch ganz so einfach ist die Ausübung dieser Religion in Deutschland nicht.

Von Sandra Stalinski|Deutschlandfunk

Es ist schwierig, still zu sitzen, wenn im Candomblé-Tempel in Berlin-Kreuzberg für die Orixas getanzt und gesungen wird. Etwa 50 Leute haben sich in einem mit Tüchern und Popkornketten geschmückten Raum versammelt, um das mehrstündige Ritual mitzuerleben. Alle tragen weiße Kleidung. Denn Weiß sei zum einen die Farbe der Gemeinschaft. Zum anderen soll bei dem Ritual eine positive Energie entstehen, die auf die Anwesenden übergehen soll, erklärt Murah Soares, der sogenannte Babalorixá des Candomblé-Tempels, also so etwas wie ein Priester. Die Kraft der Orixas, der afrobrasilianischen Gottheiten, werde bei den Ritualen freigelegt.

„Erst einmal machen wir, weil wir die Orixa lieben. Weil wir glauben. Weil diese Energie ist präsent in unserem Leben. Wir machen das Ritual, um diese Kräfte zu verteilen und lebendig zu machen für uns und die Leute, die da sind. Diese Religion ist lebendig, diese Kraft ist lebendig.“

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