„Warum soll in einer Kirche nicht getanzt werden?“


Bild: tilly
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Mit Milliardenaufwand sanieren Protestanten und Katholiken sakrale Denkmäler. Aber nicht nur für Gottesdienste, sondern auch etwa für Tanzabende. Die Gebäude sollen mit Leben gefüllt werden.

Von Matthias Kamann|DIE WELT

Es stimmt: In jüngster Zeit mussten Katholiken und Protestanten so manche Kirche mangels Bedarf abreißen oder verkaufen. Falsch aber ist, dass deshalb die Zahl der christlich genutzten Sakralbauten stark sinken würde. Wie es sich tatsächlich verhält, zeigt eine Erhebung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zwischen 1990 und 2013 wurden demnach insgesamt 335 evangelische Kirchen und Gottesdienststätten abgerissen und verkauft. Bei weiteren 243 kam es zu einer anderen, vollständig nicht gottesdienstlichen Nutzung.

Somit fielen 578 Kirchen weg. Doch im selben Zeitraum wurden 573 evangelische Kirchen und Gottesdienststätten neu gebaut oder durch Sanierung überhaupt wieder nutzbar gemacht. Das heißt: Den Protestanten standen 2013 lediglich fünf Kirchen weniger zur Verfügung als 1990.

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