Diese Szenen einer Abschiebung laufen im Verborgenen ab


„Keine Rückführung ist es wert, dass Menschenleben oder die Gesundheit von Menschen gefährdet wird“, sagt der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt, Polizeihauptkommissar Christian Altenhofen Foto: dpa
Es ist bedrückend. Für die Abzuschiebenden und die Beamten. Die letzten drei Stunden in Deutschland sind am Frankfurter Flughafen oft voller Dramatik. Manchmal gelingt die Rückführung nicht.

Von Ira Schaible|DIE WELT

Am Frankfurter Flughafen endet jedes Jahr für Tausende der Traum von einem besseren Leben in Deutschland. Menschen aus vielen Teilen der Welt verbringen die letzten Stunden vor ihrer Zwangsausreise am Terminal. Der größte Airport der Republik ist zugleich der größte Abschiebe-Flughafen.

Nahezu jeden Tag werden Männer, Frauen und Familien aus ganz Deutschland zum Parkplatz im Osten des Terminals gebracht. Die meisten müssen zurück in ihre Heimat, weil ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Einige werden auch nach dem Dublin-Übereinkommen in das europäische Land zurückgeflogen, in dem sie zuerst in die Europäische Union eingereist sind. Manche sind zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilte Straftäter.

Im Behördenjargon heißen sie „Schüblinge“

„Die Leute kommen geschockt hier an“, berichtet Robert Seither von der Caritas, der einige Abschiebungen beobachtet hat und die betroffenen Menschen bis zum Flugzeug begleiten kann. Viele seien mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen worden und hätten höchstens eine Stunde Zeit gehabt, ihre Sachen zu packen. Sie seien empört und aufgebracht oder auch resigniert. Und viele, die schon einmal in Italien, Bulgarien oder Ungarn auf der Straße gelebt hätten, wollten da einfach nicht mehr hin. Die 2006 eingerichtete Stelle der Abschiebungsbeobachtung teilen sich die katholische und evangelische Kirche.

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