Medienkritiker Wolf: Medien müssen sich für Kritik des Publikums öffnen


Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier
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Die Medien in Deutschland müssen nach Ansicht des Medienkritikers Fritz Wolf viel stärker als bisher auf ihr Publikum zugehen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Für Leser und Zuschauer sei es heute wesentlich einfacher als früher, in Blogs, sozialen Medien und Online-Kommentarspalten öffentlich Kritik zu äußern, sagte Wolf.

Von Michaela Hütig|evangelisch.de

Viele Redaktionen reagierten nur unwillig auf die neue Macht des Publikums. „Die Medien sind nach wie vor an das alte Modell von Senden und Empfangen gewöhnt“, erklärte Fritz Wolf: „Sie sind nicht darauf vorbereitet, dass sich da jemand einmischt.“

So hätten etwa die öffentlich-rechtlichen Sender sehr abwehrend auf die Publikumskritik an der Ukraine-Berichterstattung reagiert, sagte Wolf, der sich in einer Studie für die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung mit der „Beziehungskrise“ zwischen Medien und Publikum befasste. WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich habe erklärt, die Beschwerdeführer hielten die Redaktionen von ihrer journalistischen Arbeit ab. „Das ist kein Standpunkt, den die Sender werden durchhalten können“, erklärte der Kritiker. „Denn diese Reaktionen werden nicht mehr weggehen, das Publikum wird sich weiter zu Wort melden.“

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