Nicht nur der Islamismus bedroht das Christentum


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Ermordet, vertrieben, in den Untergrund gezwungen: 2015 ist die Lage der Christen dramatisch. In Syrien und Irak werden sie terrorisiert. Auch in anderen Ländern droht den Christen die Auslöschung.

Von Paul Nehf|DIE WELT

Wenn die Christen in Syrien und im Irak in diesem Jahr Weihnachten feiern, ist es ein Fest unter Extrembedingungen. Familienmitglieder werden vermisst, weil sie entweder tot sind oder fliehen mussten und womöglich in irgendeinem Zelt hausen. Gottesdienste werden in behelfsmäßigen Kirchen in ärmlichen Flüchtlingscamps gefeiert. Dort, wo die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) herrscht, werden Christen ganz heimlich zu Hause zusammenkommen und es kaum wagen, ein Lied anzustimmen.

Für das christliche Hilfswerk Open Doors, das sich für verfolgte Christen einsetzt, ist der Exodus der Christen aus Syrien und dem Irak das bestimmende Thema 2015 gewesen. Der Erzbischof der irakisch-kurdischen Stadt Mossul habe neulich darauf hingewiesen, dass in seiner vom IS beherrschten Stadt zum ersten Mal seit 1600 Jahren kein christlicher Gottesdienst mehr abgehalten werde, berichtet Open-Doors-Analyst Thomas Müller. „Da geht eine Epoche zu Ende.“

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