Orthodoxie in Russland: Das staatlich-geistliche Rendezvous


Der russische Präsident Wladimir Putin und der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche Kirill im Juli 2013 in Moskau. (picture alliance / dpa / Foto: Sergey Guneev)
Zwar besagt die russische Verfassung klar, dass die religiösen Vereinigungen im Land vom Staat getrennt sind – dennoch scheint jene Trennung immer mehr aufzuweichen. Vor allem die russisch-orthodoxe Kirche mit ihrem Patriarchen ist immer häufiger bei offiziellen staatlichen Anlässen vertreten. Und auf den Bildungssektor schielt sie auch bereits.

Von Gesine Dornblüth|Deutschlandfunk

Eine gemeinsame Sitzung der Duma und des Föderationsrates in Moskau Mitte November. Abgeordnete und Senatoren debattieren über den Kampf gegen den internationalen Terror. Auch Vertreter der Glaubensrichtungen sprechen. Für die Russisch-orthodoxe Kirche tritt Erzbischof Ilario ans Rednerpult. Man brauche nicht nur eine weltweite Antiterrorkoalition, sondern … „Wir brauchen noch eine Koalition, eine, die die weltlichen und die religiösen Führer vereint.“

In Artikel 14 der russischen Verfassung heißt es:

  1. Die Russländische Föderation ist ein weltlicher Staat. Keine Religion darf als staatliche oder verbindlich festgelegt werden.
  2. Die religiösen Vereinigungen sind vom Staat getrennt und vor dem Gesetz gleich.

Doch offizielle Kirchenvertreter stellen diese in der Verfassung garantierte Trennung von Staat und Kirche immer offener in Frage. Erzbischof Ilario weiter:

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