Sultan von Brunei warnt vor Weihnachtsfeiern


Hassanal Bolkiah, der Grinch Sultan von Brunei. Foto: Pentagon.

Was haben Hassanal Bolkiah, der Sultan von Brunei, und der Grinch gemeinsam? Beide wollen Weihnachtsfeierlichkeiten verhindern. Beim Grinch ist das bekannt, seit der amerikanische Kinderbuchautor Theodor Seuss 1957 How the Grinch Stole Christmas! veröffentlichte, beim Sultan von Brunei erst, seit er die Einwohner seines 423.000-Einwohner-Sultanats warnte, dass ihnen Gefängnisstrafen drohen, wenn sie ungenehmigt Grußkarten versenden, Nadelbäume schmücken, Weihnachtslieder singen oder rote Mützen tragen.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Eine Genehmigung zum Weihnachten feiern erhalten in Brunei lediglich Christen – und diese auch nur dann, wenn die Feierlichkeiten so wenig öffentlich sind, dass die 66 Prozent malaiischen Moslems in Brunei davon nichts mitbekommen. Sonst würden sie dem Religionsministerium zufolge zur Tasyabuh, der „Imitation des Westens“ verführt und ihr Aqidah, ihr „Glaube“, wäre gefährdet.

In Brunei ist das „Anbieten der Botschaft Christi“ (das Alexander Kissler den Kirchen für Zuwanderer in Deutschland empfiehlt) nämlich strengstens verboten. Das gilt nicht nur für das Missionieren von Moslems – auch Iban-Ureinwohner, die an den Kopfjägergott Singalang Burong glauben, oder buddhistische Han dürfen nicht mit christlichen Glaubensbezeugungen konfrontiert werden. Dazu zensieren die Behörden regelmäßig Zeitschriften, in denen Bilder mit Kruzifixen oder anderen christlichen Symbolen abgedruckt sind. Gottesdienste und Geistliche werden überwacht.

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