Die Philosophie soll der Physik aus der Patsche helfen


Calabi-Yau manifold. (by J.F. Colonna) Universität Heidelberg
Die Stringtheorie steht im Zentrum eines Disputs um die Integrität der wissenschaftlichen Methode selbst.

Von Davide Castelvecchi|Spektrum.de

Ist die Stringtheorie Wissenschaft? In der letzten Dekade war diese Frage in Kosmologie und Physik Gegenstand heftiger Debatten. Nun sucht die zerstrittene Gemeinschaft die Hilfe der Philosophie: Anfang dieses Monats trafen sich einige der streitenden Physiker mit Wissenschaftstheoretikern zu einem ungewöhnlichen Workshop, der sich mit einer schweren Anschuldigung befassen sollte: Einige Zweige der theoretischen Physik hätten sich von den Wirklichkeiten der empirischen Wissenschaften abgesondert. Auf dem Spiel stehe die Integrität der wissenschaftlichen Methode und nicht zuletzt der Ruf der Wissenschaft selbst in der breiten Öffentlichkeit – sagen die Organisatoren des Workshops.

Das Ereignis fand vom 7. bis 9. Dezember an der LMU München statt und war die Spätfolge eines Artikels in Nature im Jahr zuvor, in dem der Kosmologe George Ellis von der University of Cape Town und der Astronom Joseph Silk von der Johns Hopkins University in Baltimore, einen „besorgniserregenden Umschwung“ in der theoretischen Physik beklagten. „Angesichts der Schwierigkeiten, grundlegende Theorien auf das beobachtbare Universum anzuwenden“, so die beiden, seien manche Fachleute der Ansicht: „ist eine Hypothese hinreichend elegant und erklärungskräftig, muss sie nicht experimentell überprüft werden“.

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