Jesus war Syrer


Eine weitere Station der Fiktion: Rembrandt sah „Die Heilige Familie“ um 1638 in den Niederlanden und einem für seine Zeit typischen Milieu untergekommen. Foto: picture alliance / akg-images
Wer an die eine christliche Kirche glaubt, der irrt. Es hat sie nie gegeben. Stationen einer Legende, auf denen sich ein jeder Mensch sein eigenes Bild von Christus gemacht hat.

Von Arno Widmann|Frankfurter Rundschau

Wer in diesen Tagen alten Bräuchen folgt, der wird womöglich die Bibel aufschlagen, darin im zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums die Weihnachtsgeschichte finden und mit der Lektüre beginnen: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war.“

Der soeben geborene Jesus war Syrer! Der Bibelleser ist verblüfft, und noch verblüffter ist er über die tausend Assoziationen, die diese Feststellung aufsprießen lässt. Er denkt sofort an das „keinen Raum in der Herberge“ und daran, dass, was wir dem geringsten unserer Brüder geben, so ist, als gäben es wir Jesus, der ja Gott ist, selbst. Das sind die heutigen Assoziationen, wenn einem klar wird: Jesus war Syrer.

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