Wir glauben, weil wir es können: Darum gibt es Religion


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Die meisten Menschen der Welt glauben an eine höhere Macht. Auch, wenn sie unfassbar ist. Warum eigentlich?

Von Peter Hossli|Blick.ch

Es duftet nach Weihrauch. Eine enge Treppe führt hinab zur Grotte. Am Boden liegt ein silberner Stern. Eine Koreanerin kniet nieder, sie gerät in Ekstase. Wo vor ihr der Stern liegt, soll einst Jesus geboren sein, auf einem Hügel in Bethlehem.

Beweisen lässt sich das freilich nicht. Genauso wenig wie die Wunder, die Jesus vollbracht haben soll. Oder dass er der Sohn Gottes ist. Dass Gott überhaupt existiert. Und doch hat der Ort für Christen etwas Magisches. Wie Mekka für Muslime. Der Ganges für Hindus. Die Klagemauer für Juden.

Je nach Studie glauben zwischen 90 und 98 Prozent aller Menschen an höhere Mächte. Nie gab es eine Gesellschaft, die sich nicht um Gott oder Götter organisiert hat. Obwohl das im Widerspruch steht zur Welt von iPhone und Raumfahrt. Zu fast allem liefern Wissenschaftler greifbare Antworten. Den Glauben ans Unfassbare haben sie trotzdem nicht ab­gelöst, wie es immer hiess.

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