Frauen und Flüchtlinge: Die Genderisierung der Menschlichkeit


Foto: dpa Flüchtlingshelferinnen in Kroatien
Die Flüchtlingskrise zeigt: Es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau, die sich soziologisch nicht erklären lassen. Auch wenn das nicht in die Gedankenwelt der Gleichstellungsbeauftragten passt.

Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Da der Zustrom der Flüchtlinge nachgelassen hat und nur noch etwa 3000 „Schutzsuchende“ jeden Tag über die offenen Grenzen nach Deutschland kommen, ist das Thema ein wenig in den Hintergrund gerückt. Um einen Satz des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, der sich auf die Autoproduktion bezog, zu paraphrasieren: Weniger Flüchtlinge sind natürlich besser als mehr Flüchtlinge.

So kommt es, dass auch andere Krisen, die im vergangenen Halbjahr medial vernachlässigt wurden, wieder in den Nachrichten auftauchen. Die unverändert schlechte Lage in Griechenland zum Beispiel oder die „verschärfte Waffenruhe“ in der Ostukraine.

Wir sollten die Verschnaufpause dazu nutzen, über ein Phänomen nachzudenken, für das noch kein Name gefunden wurde. Nennen wir es, fürs Erste, die Genderisierung der Menschlichkeit. In den Berichten über die Aktivitäten der „Flüchtlingsinitiativen“ kommen fast nur Frauen vor. Neun von zehn „freiwilligen Helfern“ sind Helferinnen.

weiterlesen