Missbrauch islamischer Begriffe?


Die Macht der Wörter. © by Jon Fife auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ
Woran denkt man, wenn man die Wörter „Dschihad“ oder „Scharia“ hört? Die Wahrnehmung solcher Begriffe ist orts- und zeitabhängig und kann nach Belieben gelenkt werden, meint Sprachwissenschaftler Mohamed Seif.

Von Mohamed Seif|IslamiQ

Die großen politischen bzw. gesellschaftlichen Weltereignisse hinterlassen ihre Spuren im Sprachgebrauch. Die Verwendung bzw. Nicht-Verwendung von Ausdrücken wird immer durch die gesellschaftlichen Umstände mitbestimmt. (1) Vor allem die Semantik eines Ausdrucks wird stark von den gesellschaftlichen Umständen beeinflusst. Beispiele hierfür sind islamische Begriffe wie Islam, Dschihad, Scharia, Koran, usw.

Wenn wir den deutschen Islamdiskurs in den letzten 50 Jahren betrachten, stellt sich heraus, dass sowohl geopolitische Konflikte im Ausland als auch innenpolitische Auseinandersetzungen den Sprachgebrauch der oben erwähnten Begriffe prägten. Nach der Iranischen Revolution 1979/80 traten Begriffe wie Mulla, Ayatollah, Re-Islamisierung, Islamische Renaissance, islamisches Erwachen, islamischer Fundamentalismus, Islamismus alle mit einer negativen Konnotation im Sprachgebrauch auf.

Nach dem 11. September herrschte die Tendenz, den Ausdruck Islam mit dem Wort Terror in Verbindung zu bringen. Formulierungen wie Gefahr des islamischen Terrors (2), Kampf gegen den islamischen Terrorismus (3), terroristischer Islam (4), islamische Terroristen (5) wurden häufig gebraucht.

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