Himmel, Hölle, Prostitution des Glaubens


Die Hölle, gemalt im Jahr 1499 von dem italienischen Maler Luca Signorelli in der Capella della Madonna der Kathedrale von Orvieto.
Wenn Sünden vergeben werden, müssen wir dann im Paradies auch mit Terroristen rechnen? Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff und der Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller. Beide glauben an Gott. Und meinen es damit verdammt ernst.

Das Gespräch moderierten Rainer Hank und Georg Meck|Frankfurter Allgemeine

Glauben Sie an die Hölle?

Lewitscharoff: Ja, daran glaube ich durchaus, auch wenn ich nicht weiß, wie die Hölle wirklich sein wird. Ich kann mir eine religiöse Abrechnung nach dem Tod nicht vorstellen ohne die Anerkennung von Schuld. Allerdings, so konkret, wie man sich das noch im Mittelalter gedacht hat, habe ich kein Bild. Aber an die Verwerfung glaube ich schon.

Das Böse wird am Ende gerichtet werden?

Lewitscharoff: Ich hoffe sehr. Auch das, was ich Böses getan habe.

Leibinger-Kammüller: Ich bin ja evangelisch und muss deshalb nicht konkret an ein leibhaftiges Inferno, eine Feuerhölle glauben. Aber ich bin mir gewiss, dass sich der Mensch einmal für all sein Tun vor Gott wird verantworten muss. Es wird mit Sicherheit eine Art der Prüfung geben. Zutiefst bin ich davon überzeugt, dass mir Sünden, die ich begangen habe, oder Gutes, das ich unterlassen habe, später noch einmal begegnen werden – in welcher Form auch immer. Wer seine Sünden bereut, darf hoffen, dass er beim Jüngsten Gericht auf die richtige Seite kommt. Reue braucht es dafür aber schon; und die ist gar nicht so leicht.

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