Naturschutz: Zurück zur Wildnis


Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)
Auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands soll die Natur sich selbst überlassen bleiben. Vermutlich wird es Jahrhunderte dauern, bis auf ehemaligen Truppenübungsplätzen wie Lieberose in Brandenburg wieder ein Urwald wächst. Immerhin hat der Prozess bereits begonnen.

Von Roland Knauer|Spektrum.de

Mitten in Mitteleuropa wächst wieder ein Urwald, und kaum einer hat es bisher bemerkt – schließlich versteckt sich die Wildnis zwischen Berlin und Cottbus raffiniert mitten auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Lieberose“. Wer den Urwald dort besuchen möchte, kann manchmal sogar getrost auf Machete und Axt verzichten. Besser sollte er eine Lupe mitnehmen. Schließlich ragen die Gewächse dort keine zig Meter hoch in den Himmel, sondern allenfalls einen Finger breit. Denn statt Bäumen und Sträuchern wachsen Moose und Flechten zu einem Mini-Urwald, den Menschen am besten auf dem Bauch liegend mit einer Lupe inspizieren. Und doch erklärt Hans-Joachim Mader: „Hier beginnt die Entwicklung zur Wildnis.“ Der Ratsvorsitzende der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg beobachtet in der Lieberoser Heide den Prozess, den die Bundesregierung zwei Prozent der Fläche Deutschlands verordnet hat: Auf einem Fünfzigstel des Landes soll sich die Natur möglichst unbeeinflusst vom Menschen entwickeln.

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