„Reporter ohne Grenzen“: 110 Journalisten im Jahr 2015 getötet


Im ablaufenden Jahr sind nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ weltweit 110 Journalisten getötet worden. Davon kamen mindestens 67 wegen ihrer Arbeit ums Leben, wie die Organisation im zweiten Teil ihrer Jahresbilanz am Montag in Berlin mitteilte. Das war einer mehr als 2014.

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„In viel zu vielen Ländern riskieren Journalisten ihr Leben, wenn sie über brisante Themen recherchieren oder die Mächtigen kritisieren“, sagte Britta Hilpert, Vorstandssprecherin von „Reporter ohne Grenzen„. „Diese Zahlen zeigen, dass bislang alle internationalen Bemühungen ins Leere laufen, gezielte Gewalt gegen Journalisten zurückzudrängen.“ In den 67 aufgeklärten Fällen wurden 49 Journalisten gezielt und 18 während der Ausübung ihrer Tätigkeit umgebracht. In 43 Fällen konnten die Motive der Taten nicht zweifelsfrei ermittelt werden.

Schuld daran seien der Mangel an unabhängiger Ermittlung, an politischem Willen oder insgesamt instabile Verhältnisse in den betreffenden Ländern, erklärte die Organisation weiter. Eine weit verbreitete Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten wirke sich zudem negativ aus. Täter fühlten sich so zu Gewalt gegen kritische Stimmen ermutigt.

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