Schluss mit der Diffamierung von Atheisten!


Die atheistische Bedrohung
Die atheistische Bedrohung

Menschen, die an keinen Gott glauben, werden immer wieder öffentlich diffamiert, ihnen wird ein Defizit an Moral und Werten unterstellt. Neuerdings ist es schick, Fremdenfeindlichkeit mit Mangel an christlichem Glauben zu begründen. Das ist infam.

Von Maritta Adam-Tkalec|Berliner Zeitung

In Ostdeutschland glauben weniger Menschen an einen Gott als in jeder anderen Region der Welt. Fast drei Viertel der Menschen sind konfessionslos, rund 46 Prozent haben nie an einen Gott geglaubt. Dieselbe Untersuchung von 2012, die diese Realität ans Licht hob, ergab, dass nur 7,8 Prozent der Ostdeutschen keine Zweifel an der Existenz Gottes haben. Die weit überwiegende Mehrheit denkt atheistisch, setzt gleichwohl Traditionen fort – christliche wie vorchristliche. Man steckt Lichter (römisch) an den Weihnachtsbaum (heidnisch), freut sich der Familiengemeinschaft (sehr archaisch) und findet die Legende schön, die von der Geburt des Knaben erzählt, der ein Erretter werden sollte.

In großer Toleranz wählt die religionsferne Mehrheit hierzulande Christen in Regierungsverantwortung. Mit Bodo Ramelow wurde ein frommer Protestant aus der Linkspartei Ministerpräsident im Ein-Drittel-Christenland Thüringen. In Sachsen- Anhalt sind nur 20 Prozent der Bürger, aber fast die Hälfte der Landtagsabgeordneten religiös gebunden.

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4 Comments

  1. Pegida *ist* christlich (für das „christliche Abendland“ gehen sie auf die
    Straße, nicht für Atheismus oder Humanismus), wenn, dann müssen die Gläubigen sich davon distanzieren, nicht wir Wahnfreien:
    http://antitheismus.de/archives/208-Es-gibt-keinen-Weihnachtsmann.html .(siehe auch die Gebete etc. der Pegidistin Mund http://www.fr-online.de/frankfurt/volksverhetzung-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-heidi-mund,1472798,33011960.html)

    Die Hetze gegen uns ist infam, s. z.B. http://antitheismus.de/archives/178-Mixamatose.html oder http://antitheismus.de/archives/21-Hohmann-Einleitung-eines-Ermittlungsverfahrens-abgelehnt.html
    .

    Tief religiöse Terroristen werden „gottlos“ genannt, u.a. von Pferrerstochter Merkel: http://tierrechtsforen.de/allahsgottlosekrieger

    Und die Lüge, Hitler sei Atheist gewesen, hält sich ebenfalls hartnäckig:
    http://tierrechtsforen.de/mein-kampf

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  2. Man kann da zwar nicht von „Lügenpresse“ im direkten Sinne sprechen. Ist es aber nicht so, dass das Verschweigen von selektierten, dem System nicht genehmen Beiträgen, mindestens so infam ist, wie die direkte Lüge ?

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  3. Das ist schon ein merkwürdiger Beitrag, obwohl ich ihn grundsätzlich gut finde, dem Humanistischen Verband vorzuhalten, dass er als Stimme nicht wahrgenommen würde. Ja, wie denn, wenn weder Rundfunk noch Fernsehen, noch die Berliner Tageszeitungen darüber berichten trotz vielfältiger Angebote. Die Arbeit dieses Verbandes (und vergleichbarer) wird systematisch totgeschwiegen, wahrscheinlich, weil man sich das Wohlwollen christlich-religiöser Kreise nicht verscherzen will.

    Der Humanistische Verband in Berlin mit rund 1.000 hauptamtlichen und über 750 ehrenamtlichen Mitarbeitern ist Träger von über 60 sozialen, kulturellen und pädagogischen Projekten und Einrichtungen. Zu den bekanntesten Einrichtungen und Projekten des HVD Berlin-Brandenburg gehören die Bundeszentralstelle Patientenverfügung, der an über 300 Berliner und an 26 Brandenburger Schulen angebotene Lebenskunde-Unterricht, an dem mehr als 50.000 Schüler teilnehmen, er betreibt 23 Kitas, Hospize und vieles andere mehr. Nicht berichtenswert?

    Ich selbst wollte vor kurzem eine Anzeige in der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung aufgeben. Der Eingang meiner Anzeige wurde bestätigt und Rückmeldung angekündigt. Trotz Nachfragens kam danach keinerlei Reaktion mehr. Der Grund dürfte – wie schon öfters erfahren – der Titel des zu bewerbenden religionskritischen Buches sein: Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung (Marburg, 2015, 6. Auflage). Ist der Reaktion eigentlich bewusst, dass Zweidrittel der Berliner nicht kirchlich gebunden sind? Christen bilden eine absolute Minderheit in dieser Stadt!

    Nachtrag: Diesen Kommentar habe ich auch versucht, als Leserkommentar bei der Berliner Zeitung unterzubringen. Bisher wurde er nicht freigegeben!

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    1. Der Redaktion dürfte das durchaus bewusst sein. Dem Verlag nicht.
      Und ansonsten bleibt festzuhalten, Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander.
      Insofern hat der Artikel wohl Alibi-Funktion.

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