Schon Ägypter entdeckten den Dämonenstern


st sein Stern hell, kommt ein guter Tag. / Bild: (c) Walters Art Museum
Der im 17. Jahrhundert beschriebene Himmelskörper Algol taucht früh in einem alten Horoskop auf, dem „Kalender von Kairo“, er repräsentiert dort den Himmelsgott Horus und seine Launen.

Von Jürgen Langenbach|Die Presse

Dass irgendetwas höchst seltsam ist mit einem Himmelskörper in 96 Lichtjahren Entfernung, den man mit bloßem Auge sehen kann, fiel früh auf und wurde als bedrohlich gedeutet: Ptolemäus sah in ihm das Medusenhaupt – das zugehörige Sternbild nannte er nach Perseus –, für die Araber war er Ra? al-gūl, der „Kopf des Dämons“, im Mittelalter „Teufelsstern“, und Astrologen erblassen heute noch: „Er verkörpert eine verzehrende Leidenschaft, die einen mit Zorn und Wut überwältigen kann“, warnt eine Vertreterin der Zunft, Bernadette Brady.

Offiziell heißt er nach dem arabischen Namen Algol, und schon den frühen Beobachtern kann nicht entgangen sein, was das Seltsame an diesem Himmelskörper war, er pulsierte, wurde heller und dunkler. Vor allem den arabischen Astronomen kann es nicht entgangen sein, mit ihrer Präzision konnte sich lange niemand messen. Aber erst 1596 wurde ein pulsierender Stern beschrieben, Mira, 1669 folgte Algol, 1783 schließlich wurde beobachtet, in welchem Rhythmus er pulsiert, in einem von 2,86 Tagen. Das Pulsieren kommt daher, dass Algol Teil eines Doppelsterns ist und periodisch vom anderen verdunkelt wird.

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