Die ersten Bauern tranken keine Milch


Grab eines erwachsenen Mannes aus der Salzmünder Kultur (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) ca. 5400-5100 v. Chr. Seine genetischen Daten sind in die Studie mit eingeflossen. Foto: Juraj Lipták, LDA Sachsen-Anhalt
Als die Jäger und Sammler begannen, den Boden zu bebauen und Siedlungen zu gründen, setzte das eine nachhaltige kulturelle Entwicklung in Gang, eine umfassende Veränderung, die in den Jahrtausenden ihre Spuren auch in den Genen hinterließ.

Von Andrea Naica-Loebell|TELEPOLIS

In der Jungsteinzeit findet die neolithische Revolution statt. Getrieben möglicherweise von lokalen klimatischen Veränderungen, lassen sich zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte vor etwa 12.000 Jahren Jäger und Sammler nieder und beginnen Felder anzulegen und zu bepflanzen. Das geschah vermutlich an mehreren Orten im Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes mehr oder weniger gleichzeitig, wobei nicht auszuschließen ist, dass die ersten Bauern miteinander auch über weite Distanzen in Kontakt standen, um Erfahrungen und Pflanzen austauschten.

Frühe Landwirte lebten in der sogenannten Natufien-Kultur im Nahen Osten, im heutigen Syrien, Jordanien, Israel und im Westjordanland in Palästina. In Jordanien wurde vor ein paar Jahren ein 11.000 Jahre alter Kornspeicher entdeckt. Aber es gab sehr früh auch Ackerbau im Zagros-Gebirge im heutigen Iran und Irak (autonome Region Kurdistan), wie Ausgrabungen in letzter Zeit erwiesen).

Dort fanden die Ausgräber fast 12.000 Jahre alte Spuren des Anbaus vieler wilder Vorfahren von späteren Kulturpflanzen, wie Wildgerste, das Wildgras Aegilops (Vorläufer des Weizens) und Linsen. Vor knapp 10.000 Jahren ernteten diese Pioniere bereits domestizierten Emmer-Weizen auf ihren Äckern.

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