Hausaufgaben abschaffen? Gefährlicher Unsinn!


Das große Einmaleins üben: Schulstoff lernt sich eben nicht von selbst. picture alliance
Der Autor Armin Himmelrath fordert die Abschaffung von Hausaufgaben in der Schule. Er setzt stattdessen auf selbstgesteuertes Lernen. Doch das ist erlösungspädagogischer Kitsch

Von Christian Füller|Cicero

Die Geschichte ist mehr als 30 Jahre alt. Über viele Seiten arbeitete sich damals ein Magazin daran ab, die Hausaufgaben in den Orkus der Geschichte zu verbannen.

Das Lernpensum der Lehrer für Zuhause mache die Eltern zu „Hilfslehrern der Nation“, so mutmaßte ein Ministerpräsident. Hausaufgaben seien ein großes Risiko für die Lernfreude, wollte ein Autor herausgefunden haben. Und ein Dritter erkannte gar eine „moralische Gefährdung“ der Kinder – denn die würden dazu verleitet, zu lügen und zu betrügen. Klang irgendwie nach Untergang des Abendlandes.

An all dem sollten die Hausaufgaben schuld sein. Das also, was die Lehrer Schülern auftragen, zuhause nachzurechnen, aufzufrischen oder schlicht auswendig zu lernen. Wenn man so will, versuchte sich der Spiegel 1982 an einer pädagogischen Revolution. Nur war es keine, sondern eine kurzsichtige Bilderstürmerei. Denn Hausaufgaben, also Memorieren, Üben und selber Erarbeiten – das wird es solange geben, wie Menschen versuchen, sich gegenseitig etwas beizubringen.

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