Ha’aretz wirft israelischen Behörden Folter vor


Bild: phhesse/flickr
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Die Tageszeitung Ha’aretz wirft den israelischen Sicherheitsbehörden vor, dass es sich bei der als „besonders“ umschriebenen Verhörmethode, nach der der 21-jährige Religionsstudent Amiram B. Täterwissen zu einem Brandanschlag offenbarte, tatsächlich um physische Folter gehandelt hat, deren Genehmigung der Oberste Gerichtshof 1999 verbot. Die Genehmigung dieser Folter soll in der Form erfolgt sein, dass Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein dem Shin Bet garantierte, es werde wegen des Einsatzes keine Anklagen geben.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Das israelische Justizministerium wollte die Vorwürfe weder bestätigen noch dementieren und verlautbarte lediglich, die „Entscheidungen bezüglich des Verhörs“ seien von der Führung des Inlandsgeheimdiensts Shin Bet getroffen worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Moshe Ya’alon sollen über die „besonderen Verhörmethoden“ erst nach deren Anwendung informiert worden sein.

Amiram B. gehört einer radikalen Splittergruppe der so genannten Noar HaGva’ot an, der „Hügeljugend“, die sich zu einem großen Teil aus jungen Männern rekrutiert, die in Siedlungen in der Westbank aufwuchsen (welche meist auf Hügeln liegen). Sie propagieren so genannte Tag-Mechir-Anschläge, die Zugeständnisse der israelischen Regierung an die Palästinenser „verteuern“ sollen. Das „Tag Mechir“ („Preisschild“) sprühen sie an die Tatorte. Der etwa 100 Personen umfassende radikalere Teil dieser Jugendbewegung lehnt den Erkenntnissen des Shin Bet nach außerdem die Demokratie ab und wünscht sich ein jüdisches Königreich ohne Moslems und Christen. Etwa 30 von ihnen gelten als akut gewaltbereit.

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