Schweiz: Serdar Somuncu über Zensur und aufrichtige Nazis


Foto: Grey Hutton
Die Provokation ist das Handwerk des Satirikers und Serdar Somuncu, der von seinen Fans ehrfürchtig „Hassias“ genannt wird, zelebriert dieses Handwerk voller Genuss. Spätestens seit seiner umjubelten Lesungen aus Hitlers Mein Kampf—die er von Neonazis bedroht zum Teil mit schusssicherer Weste bestritt—wird er dabei nicht nur von Internet-Trollen gefeiert.

Von Daniel Kissling|VICE.com

Seine Bücher mit Titeln wie Hasstament oder Der Adolf in mir gehen massenweise über die Ladentheke und nicht wenige seiner Auftritte sind ausverkauft. Ja, Somuncus gepflegte Wutausbrüche und Hasstiraden führten ihn Ende letzten Jahres sogar zum Schweizer Arosa Humor Festival—eine Veranstaltung, die nicht gerade für ein skandalträchtiges Programm bekannt ist.

Der Skandal kam dann auch nicht beim Festival selber, sondern im Nachgang. Auf Facebook echauffierte sich Somuncu darüber, dass sein eigens für die SRF-Sendung Arosa 2015 Sélection bestrittener Auftritt dann doch nicht ausgestahlt wurde, beziehungsweise wird (Teil 1 lief am letzten Sonntag, Teil 2 kommt am nächsten). Oder um es mit Somuncus keine Relativierungen zulassender Direktheit zu sagen: Das Schweizer Fernsehen hat ihn zensiert, weil er sich „mit den nationalistischen Auswüchsen der eidgenössischen Tagespolitik befasst habe“.

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