Woher der saudische Fundamentalismus kommt


Die Große Moschee in Mekka. (Foto: REUTERS)
In Saudi-Arabien wird noch immer eine extreme Form des Islam gelehrt. Das liegt an den Machtverhältnissen zwischen Herrscherhaus und den religiösen Führern.

Von Markus C. Schulte von Drach|Süddeutsche.de

Fast 1,6 Milliarden Muslime gibt es auf der Welt, etwa 90 Prozent zählen sich zu den Sunniten, die meisten anderen sind Schiiten. Beide großen Gruppen spalten sich auf in weitere Rechtsschulen. Im Westen nehmen Nicht-Muslime die Unterschiede allerdings – wenn überhaupt – in der Regel nur wahr, wenn es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb des Islam oder zu islamistischen Terroranschlägen kommt.

Da die Konflikte und Anschläge jeweils von Gläubigen mit extremen Überzeugungen ausgehen, ist es wichtig zu verstehen, wo diese herrühren. Im Falle der meisten islamistischen Terroristen etwa von al-Qaida oder der Terrormilizen des sogenannten Islamischen Staates orientieren sich die Täter an einer relativ neuen Richtung des sunnitischen Islam, die in Saudi-Arabien gewissermaßen Staatsreligion ist: Dem Wahhabismus beziehungsweise der Wahhabiya. Auch das schwierige Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hängt damit zusammen.

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