Der große Klimabluff


Im Vertrag von Paris werden Versprechen für das Weltklima abgegeben, die sich nur noch theoretisch erfüllen lassen (Foto: AFP)
Der Klimagipfel von Paris wird weltweit als Erfolg gefeiert. Zu Recht?

Von Oliver Geden|Süddeutsche.de

Es gibt kaum ein stärker an der Zukunft orientiertes Politikfeld als den Klimaschutz. Zum einen wegen der langen Wirkungsdauer von CO₂ in der Erdatmosphäre. Sie sorgt dafür, dass unsere heutigen Emissionen dafür verantwortlich sind, welches Ausmaß der Klimawandel in einigen Jahrzehnten annehmen wird. Zum anderen, weil in der Klimapolitik permanent über die fernliegende Zukunft gestritten wird, etwa darüber, wie die Emissionen bis 2050 abgebaut werden sollen oder über Temperaturziele zum Ende des Jahrhunderts.

Was auf den ersten Blick wie ein Musterbeispiel vorausschauender Politik aussehen mag, hat einen entscheidenden Haken: Da sich die Folgen unseres Handelns nicht sofort zeigen, besteht Klimapolitik im Wesentlichen immer noch aus Ankündigungen. Seit dem Beginn der internationalen Klimapolitik 1992 wird zwar verstärkt über Klimaschutz debattiert. Doch die weltweiten Emissionen sind seither um 40 Prozent gestiegen.

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