Quellen von „Mein Kampf“: Antisemiten, Rassehygieniker, Wirrköpfe


Eine Originalausgabe von „Mein Kampf“ ist in den Räumen des Instituts für Zeitgeschichte ausgestellt. (Foto: Matthias Balk/dpa)
Die kritische Edition der Hassschrift muss vor allem die Frage beantworten: Welche „Denker“ nutzte der Autor Adolf Hitler?

Von Jens Bisky|Süddeutsche.de

Zwei Klicks reichen, und man kann beide Bände der autobiografischen Hetzschrift „Mein Kampf“ lesen, meist in einer der Ausgaben aus der Zeit des Dritten Reiches. Bis 1944 waren etwa 12,5 Millionen Exemplare ausgeliefert worden. Daher findet man das Buch noch immer in Antiquariaten oder unter den Büchern der Großeltern.

Der Text war nie verschwunden, er wurde studiert, in gut 80 ernst zu nehmenden Hitler-Biografien gedeutet, er wurde von Kabarettisten wie Helmut Qualtinger oder Serdar Somuncu vorgelesen.

Im Januar nun wird endlich eine kommentierte Ausgabe erscheinen, erarbeitet am Institut für Zeitgeschichte. Die kritische Edition wird auf keiner Seite reinen Hitler-Text bieten, sondern diesen mit Anmerkungen, Erläuterungen, Korrekturen einfassen. Das ehrgeizige Unternehmen reagiert auf eine geschichtspolitische Herausforderung, indem es Grundlagenforschung darbietet.

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