„Mit unserer Ausgabe werden Rechtsradikale keinen Spaß haben“


„Mein Kampf. Eine kritische Edition“: Zum ersten Mal seit seinem Tod erscheint in Deutschland eine Ausgabe von Adolf Hitlers Hassschrift. (Foto: REUTERS)
Der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte erklärt, warum die kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ so wichtig ist.

Von Rudolf Neumaier|Süddeutsche.de

Die erste Auflage der historisch-kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“ mit 4000 Exemplaren ist so gut wie vergriffen. Das hohe Interesse habe ihn überrascht, sagt Andreas Wirsching, der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ), in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Er weist die Einwände des Londoner Literaturwissenschaftlers Jeremy Adler zurück, der in dieser Woche die Edition als solche kritisiert hat. „Wer tabuisiert, leistet dem Irrationalismus Vorschub, und damit wäre am Ende überhaupt niemandem gedient“, sagt Wirsching. „Auch moralisch wäre es schlicht unverantwortlich, dieses Konvolut der Unmenschlichkeit gemeinfrei und kommentarlos vagabundieren zu lassen, ohne ihm eine kritische Referenzausgabe entgegenzustellen, die Text und Autor gewissermaßen in die Schranken weist.“ Die Herausgeber hätten das Prinzip verfolgt, dass „keine Seite Hitlertext zu erhalten ist, ohne dass man die Kommentare zumindest visuell wahrnehmen muss“.

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